XANOSIL E1/E2

XANOSIL E1/E2 ist ein Kieselsäure–Ethylester basiertes Zweikomponenten-System zur Steinverfestigung, Mauerwerkabdichtung und Oberflächenentsalzung. Das gebildete Bindemittel ist mineralisch, also artverwandt mit dem Baustoff, säurebeständig und daher auch widerstandsfähig gegen Regenwasser.

XANOSIL E1/E2 zur Steinfestigung, Mauerwerksabdichtung und Oberflächenentsalzung ist auf der Basis von Kieselsäure–Ethylester aufgebaut. Die Wirkungsweise entfaltet sich in drei Arbeitsgängen. Im ersten Arbeitsgang wird XANOSIL E1 aufgetragen. Dabei werden die Kapillaren des Baustoffes geweitet und auf die Behandlung mit XANOSIL E2 im zweiten Arbeitsgang vorbereitet. XANOSIL E2 kann sich so in den geweiteten Kapillaren bis in tiefste Schichten ausbreiten. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen sollten mindestens 30 Minuten Reaktionszeit liegen.

Mit Hilfe eines neutralen Katalysators tritt zwischen dem Kieselsäure-Ethylester und der Luftfeuchtigkeit bzw. mit dem an den Kapillarwandungen anhaftenden Wasser eine chemische Reaktion ein. Hierbei wird als neues Bindemittel Kieselsäuregel (SiO2aq), eine glasartige Substanz, gebildet. Als Nebenprodukt entsteht Ethanol, das sich verflüchtigt.

Der dritte Arbeitsgang besteht in einem wiederholten Aufbringen von XANOSIL E1, wobei durch die nochmalige Weitung der Kapillaren XANOSIL E2 noch tiefer eindringen kann. Der überwiegende Teil des Kieselsäure-Ethylesters ist nach zwei Wochen unter Normalbedingungen (20°C/ 50 % relative Luftfeuchtigkeit) in das Kieselsäuregel umgewandelt, d.h. die Endfestigkeit wird in diesem Zeitraum erreicht.

Das Produkt enthält keine hydrophobierenden Zusätze, d.h. Silane oder Siloxane. Solange die Reaktion noch nicht vollständig abgeschlossen ist, kann die Oberfläche einen geringen Abperleffekt aufweisen, der oftmals mit einem hydrophoben Effekt verwechselt wird. XANOSIL dichtet mineralische Untergründe ab und bewirkt, dass die unter der Oberfläche sitzenden Salze nach außen dringen. Diese können mechanisch entfernt werden.

VERPACKUNG
XANOSIL E1/E2 ist in 1 l Gebinden erhältlich.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN

  • Steinfestiger
  • Mauerwerkabdichtung
  • Oberflächenentsalzung

Die Hauptanwendungsgebiete sind der Einsatz bei der Restaurierung von Natursteinen, Stuck und Fresken, die durch Witterungseinflüsse zerstört sind. Außerdem können andere Baustoffe wie z.B. Ziegel, Terrakotta, Putze und Mörtelfugen gefestigt werden. Geeignet ist XANOSIL E1/E2 für alle mineralischen saugfähigen Baustoffe. Durch die Tränkung mit E1/E2 kann man in etwa die ursprüngliche Porosität und Festigkeit des Baustoffes wieder herstellen.

Achtung:
Nicht bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius verarbeiten!

VORTEILE

  • Dringt in den behandelten Werkstoff ein und verbindet sich mit ihm.
  • Zweikomponenten-System – daher einfache Verarbeitung
  • Niedermolekular – daher optimales Eindringvermögen
  • Klebfreie Auftrocknung – daher keine Verschmutzung
  • Keine schädlichen Nebenprodukte für den Baustoff
  • Das gebildete Bindemittel ist mineralisch – daher artverwandt mit dem Baustoff.
  • Das gebildete Bindemittel ist säurebeständig – daher widerstandsfähig gegen Regenwasser.
  • Kein Porenverschluss – der behandelte Baustoff bleibt wasserdampfdurchlässig.
  • Hohe Beständigkeit gegenüber Salzen

EIGENSCHAFTEN

Gehalt an Kieselsäure-Ethylester

ca. 100 Gew. %

Dichte bei 25°C

ca. 1.08 g/cm3

Farbe                          

farblos bis gelblich

Katalysator            

neutral

Flammpunkt            

nicht bestimmbar

Zündtemperatur            

nicht anwendbar


LAGERUNG
XANOSIL E1/E2 ist ungeöffnet mindestens 12 Monate haltbar. Lagerung frostfrei in "lichtdichten" Behältnissen. Beim Umfüllen ist darauf zu achten, dass möglichst wenig Sauerstoffanteil im Behältnis ist. Verarbeitungsfertig gemischtes XANOSIL E1/E2 sollte innerhalb von vier Wochen verarbeitet werden.

ANWENDUNG
Da der Zerstörungsgrad der Baustoffe unterschiedlich ist, können hier nur allgemeine Hinweise gegeben werden.

VORUNTERSUCHUNG / MUSTERFLÄCHE
Um die Restaurierung zum Erfolg zu führen, ist es notwendig, dass

  1. der Zustand des zu festigenden Untergrundes ermittelt wird (Bindemittel, Salzgehalt, Porosität, usw.)
  2. die notwendigen Arbeitsgänge und der Materialverbrauch festgelegt werden
  3. eine ausreichend große Musterfläche angelegt wird (an der auch der Materialverbrauch für die Ausschreibung zu ermitteln ist) und der Erfolg der Maßnahme durch eine optische Beurteilung (evtl. Farbtonänderung) und durch entsprechende bauphysikalische Messungen kontrolliert wird
  4. das Einhalten der Arbeitsgänge sowie der Materialverbrauch überwacht werden
  5. eine sorgfältige Endabnahme der Arbeit durchgeführt wird.

Die zur Restaurierung anstehenden Objekte bzw. Wandflächen weisen oftmals eine dicke, schmutzbeladene Oberfläche (Kruste) auf. Die Reinigung der Flächen sollte mit dem schonendsten Reinigungsverfahren, z.B. durch Besprühen mit Kalt- oder Warmwasser oder durch Dampfreinigung erfolgen. In vielen Fällen ist der Stein bzw. Putz bereits mürbe, sodass die Reinigung ohne einen empfindlichen Substanzverlust nicht mehr erfolgen kann. Zur Vermeidung des Substanzverlustes kann man bereits vor der Reinigung eine Vorfestigung mit Xanosil Steinfestiger E1 und E2 vornehmen, dann reinigen, und anschließend die Hauptfestigung durchführen. Ziegelmauerwerk und alte Putze sind entsprechend zu behandeln.

Damit die gesamte mürbe Baustoffschicht mit XANOSIL getränkt werden kann, ist es notwendig, dass die zu behandelnde Fläche lufttrocken und saugfähig ist. Die behandelte Fläche soll zwei bis drei Tage nach der Behandlung vor Regen geschützt werden. Ebenfalls geschützt werden sollte die Fläche vor der Behandlung gegen eine starke Aufheizung durch direkte Sonneneinstrahlung. Bei einer zu warmen Oberfläche verdunstet das Produkts zu schnell ohne genügend eindringen zu können. Die besten Verarbeitungstemperaturen liegen zwischen 10 und 20°C; die relative Luftfeuchtigkeit sollte > 40 % sein. Um eine starke Erwärmung zu vermeiden, können z. B. Sonnensegel gesetzt werden.

MISCHUNGSVERHÄLTNIS
1 Liter XANOSIL E1 bzw. E2 mit 9 Litern sauberem Wasser (ideal gefiltert bzw. dechloriert) anmischen.

AUFTRAGEN VON XANOSIL E1/E2
XANOSIL E1/E2 kann durch Sprühen, Streichen oder durch Tauchen auf den Baustoff aufgetragen werden. Das zu wählende Auftragsverfahren hängt von dem zu festigenden Gegenstand ab. Größere Flächen sollen mit Sprühgeräten, kleine mit der Spritzflasche behandelt werden. Bei bewegbaren Gegenständen, z.B. Skulpturen usw., ist das Tauchverfahren bzw. Kompressenverfahren günstig. XANOSIL darf bei regnerischem Wetter oder bei Umgebungstemperaturen unter 5°C nicht angewendet werden.

AUFTRAGSMENGE
Eine wesentliche Voraussetzung für die Festigung ist, dass die gesamte mürbe Baustoffschicht bis zum gesunden Kern mit XANOSIL E1/E2 getränkt wird, andernfalls können aufgrund von Schalenbildung Abplatzungen nicht ausgeschlossen werden.
Um die gewünschte Eindringtiefe zu erzielen, werden stets kleinere Flächen (evtl. Stein für Stein) nass in nass mit XANOSIL E1/E2 behandelt, bis das aufgebrachte Material nicht mehr aufgesaugt wird. Falls erforderlich, kann frühestens 2-3 Wochen nach der Erstbehandlung eine weitere erfolgen, wobei ebenfalls eine Durchtränkung der mürben Baustoffschicht erreicht werden muss.
Erfolgt die Nachbehandlung vor dem völligen Abschluss der Wirkstoffbildungsreaktion, ist der Stein noch nicht aufnahmefähig für den Steinfestiger. Die Folge sind Vergrauungen an der Steinoberfläche.

NACHBEHANDLUNG
Um eine Farbtonveränderung der Oberfläche infolge von Übersättigung mit dem Kieselsäure-Ethylester zu vermeiden, kann unmittelbar nach dem Erreichen der Sättigung die Steinoberfläche mit einem Lösemittel, z.B. Testbenzin, nachgewaschen werden.
Der XANOSIL-Auftrag muss mindestens 12 Stunden nach dem Auftragen vor Regen, Wind, Wassereinwirkung und Temperaturen unter 5°C geschützt werden.

STEINERSATZMASSEN / ANSTRICHFARBEN
Auf die mit XANOSIL E1/E2 gefestigten Flächen können, wenn die Umwandlungsreaktion abgeschlossen ist, Steinersatzmassen oder Mineral-Silikatfarben aufgetragen werden. Als Anstrichgrund ebenfalls geeignet ist die mit Steinfestiger E1/E2 gefestigte Fläche für Siliconfarben. Wird XANOSIL erst nach dem Auftragen der Steinersatzmassen oder der Mineral-Silikatfarbe angewandt, so ist eine Wartezeit von mindestens 4 Wochen notwendig.

HYDROPHOBIERUNG
Der Abschluss einer jeden Restaurierung sollte eine zusätzliche Hydrophobierung, also ein Schutz gegen Niederschlag, sein. Ein geeignetes Produkt hierfür ist z.B. XANOSIL  SP.

HINWEISE

  1. Die Gebinde sind vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und stets verschlossen zu lagern – das Produkt reagiert mit Luftfeuchtigkeit und wird unbrauchbar. (Gelierungseffekt !)
  2. Produkt nicht mit Lebensmitteln in Berührung bringen.
  3. Bei hoher Arbeitsplatzkonzentration, z.B. bei Anwendung in Räumen (für gute Belüftung sorgen!) oder beim Sprühauftrag – besonders bei Windstille – sind Atemmasken mit kombiniertem Gas–Schwebstoff–Filter zu verwenden!
  4. Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen! Mit dem Produkt durchtränkte Kleidung ist sofort zu wechseln.
  5. Nicht lösemittelbeständige Kunststoffe, Fensterscheiben etc. sind vor XANOSIL E1/E2 zu schützen. Bei Sprühauftrag auf in der Nähe abgestellte Autos achten !!!
  6. Bei Anwendung im Tauchverfahren soll im Fall einer längeren Tauchzeit das Tauchbecken zur Vermeidung der Gelierung des Steinfestigers luftdicht verschlossen werden.
  7. Bildet sich ein Abperleffekt aus, der den Auftrag von Steinersatzmassen oder von Mineral-Silikatfarben erschweren könnte, so kann man diesen Effekt durch ein Abreiben der Steinflächen mit NH3–Wasser beseitigen.
  8. Sollten mit XANOSIL E1/E2 behandelte Flächen abgeformt werden, so ist, um ein Aufwachsen der Siliconkautschukmasse zu vermeiden, die Steinoberfläche vorher mit einem Netzmittel, z.B. Seifenlösung, PVA–Lösung usw. zu behandeln.

VERBRAUCH
Die für die Festigung notwendige Menge XANOSIL E1/E2 hängt vom Baustoff ab. Der Bedarf kann zwischen 0,5 und 15 ltr. / m2 liegen.

Als Beispiel wurde für einen Stein, der bis zu 6 cm tief verwittert war, für den ersten Behandlungszyklus 5 ltr/m2 E1/E2 für eine Nachbehandlung nach drei Wochen nochmals 3,5 ltr/m2 benötigt. In einem anderen Fall konnte man schon bei einer Auftragsmenge von 2,7 ltr./m2 eine Eindringtiefe von 10 cm nachweisen.
Der Bedarf an XANOSIL E1/E2 ist an einer Musterfläche zu ermitteln.